Action Painting

Action Painting als abstrakter Expressionismus! Dieser zeichnet sich in allen Strömungsrichtungen dadurch aus, dass die Emotionen und Aktionen über Darstellungsklarheit, Gegenständlichkeit und Gesetzmäßigkeiten die Oberhand gewonnen haben. Die individuelle Ausdrucksform steht im Vordergrund. Die Bilder ohne Botschaft und Gegenstand fordern den Betrachter auf, sich seiner eigenen Einbildungskraft zu bedienen. Im Vordergrund dieser Kunstrichtung standen Emotion und Spontaneität.

Als Maltechniken ist alles zugelassen, mit dem Farbe auf einen Maluntergrund aufgebracht werden kann – Stöcke, Spachteln, durchlöcherte Dosen/Eimer...

Grob können zwei Strömungen unterschieden werden:

Amerika (Action Painting)

Eine Kunstrichtung der 50er und 60er Jahre. Der wohl berühmteste Vertreter dieser Art des Malens war Jackson Pollock (1912-1956). Seine Methode bezeichnete er als Action Painting. Die Vertreter des Action Painting befassten sich mit Art und Beschaffenheit der Farbe und den damit verbundenen Ausdrucksmöglichkeiten. Jackson Pollock legte seine großen Leinwände auf den Boden. Dann ließ er Farbe mittels Pinseln, angebohrten Dosen und anderen Behältern auf die ausgelegte Leinwand tropfen und rinnen. Manchmal schleuderte er die Farbe auch direkt darauf.

Dem Action Painting ist auch die Farbfeldmalerei (Colorfield Painting) zuzurechnen, wo oft monochrome modulierte Farbflächen mit meditativem Charakter entstehen.

Bekannte Vertreter des Action Painting in Amerika sind:

  • Jackson Pollock (1912–1956)
  • Mark Rothko (1903–1970)
  • Willem de Kooning (1904–1997)
  • Alfons Schilling (1934-2013) – mein Lehrer
  • Franz Kline (1910–1962)
  • William Baziotes (1912–1963)
  • Robert Motherwell (1915–1991)
  • Sam Francis (1923–1994)

Europa (Informel und Tachismus)

Informel (deutsche Richtung) und Tachismus (französische Linie) werden oft gleichgesetzt und gelten als europäisches "Pendant" zum US-amerikanischen abstrakten Expressionismus, der sich in den 1940er Jahren getrennt vom europäischen Kunststil entwickelte und mit den Stilvarianten des Action Painting und der Farbfeldmalerei (Colour Field Painting) hervortrat.

Diese Bilder verzichten auf eine erkennbare Bilderzählung, sie wurzeln in Emotionen. Die Kunstgeschichte nennt diese Haltung "Informel". Gemeinsamer Nenner der "informellen" Malerei ist der Verzicht auf bildnerische Kompositionsgesetze. Statt Motive realistisch wiederzugeben, stellen die Künstler Farbe, Leinwand und Materialität in den Vordergrund. Diese physische Aktion, die spontanen Gesten und ihre Spuren im Bild sind vergleichbar mit einem Jazzmusiker, der improvisiert.

Was die Amerikaner als Action Painting oder abstrakten Expressionismus bezeichnen, wird nach dem Zweiten Weltkrieg in der ganzen westlichen Welt zu einer internationalen Sprache der Kunst. Nachdem realistische Malweisen durch den Faschismus obsolet geworden waren, setzt sich zwischen den späten dreißiger Jahren und 1964, dem Aufblühen der Pop Art, in der ganzen westlichen Welt die Bildsprache der Abstraktion durch.

Bekannte Vertreter des Informel in Deutschland sind:

  • Peter Brüning (1929–1970)
  • Karl Otto Götz (* 1914)
  • Emil Schumacher (1912–1999)

Bekannte Vertreter des Tachismus in Frankreich sind:

  • Wols (1913–1951)
  • Jean Fautrier (1898–1964)
  • Hans Hartung (1904–1989)
  • Georges Mathieu (1921–2012)

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